Ioanna Valavanis

über die künstlerische Praxis von Noah Boucard, 2025
Text written on the occasion of versprochen, Galerie der Stadt Backnang
(Text in German)



Noah Boucards künstlerische Praxis bedient sich einer Vielzahl von Medien, darunter Klang- und Videoinstallationen, Malerei und Textpublikationen. Auffällig ist seine Herangehensweise an persönliche Erfahrungen, die er unerbittlich in den Ausstellungskontext einbringt.

Die Videoarbeit Drugs gewährt einen tiefen Einblick in das, was geschieht, wenn sich unter Substanzeinfluss gesellschaftlich konventionelle Rahmenbedingungen auflösen.

Eine ähnliche Referenz behandelt die autofiktionale Publikation Valium, die einerseits mit dem Medium Buch arbeitet, andererseits als Soundinstallation präsentiert wurde. Faszinierend ist hier Boucards Sprache: Die Texte in Valium lesen sich wie Bewusstseinsströme, die ständig von neuen Gedanken unterbrochen werden. In der Rauminstallation gibt ein Sprecher die Erfahrungen des Künstlers über Lautsprecher wieder. Boucard reflektiert die Grenze zwischen dem Selbst – als etwas Persönlichem und Intimem – und dem ES – als Entität eines Kunstwerks.

Seine Serie Boys, bestehend aus Siebdruck und Malerei, verdeutlicht seine eigenen Identitätskonstruktionen. Auf einer weiß überstrichenen Malerei steht oben in großen roten Buchstaben das Wort „Boys“. Handelt es sich hier um ein Konzept der Geschlechterrolle, das sich als vermeintlich leere Seite präsentiert, bei genauerer Betrachtung jedoch keine ist? Diese vielfältigen Schichten von Erzählungen ziehen sich durch Boucards Werk.